Theaterprojekt "Salome"

Herodes, Salome und Herodias (von links)

Im Jahr 2010 gründete ich zusammen mit Lars Wolfram und einigen anderen Paderborner Schülern die "Freie Theatergruppe Paderborner Schüler und Studenten", mit der wir schließlich das Theaterstück "Salome" von Oscar Wilde auf die Bühne stellten. Die Premiere fand am 18. März 2011. in der Aula des Gymnasiums Schloß Neuhaus statt.

 

Lars Wolfram schreibt über dieses Projekt: "Von Anfang an war beabsichtigt, ohne Anbindung an eine Institution zu agieren, also nicht AG einer Schule zu sein und im Gegensatz zu den meisten schulischen Projekten alle Beteiligten nach ihren Vorstellungen und Fähigkeiten gleichberechtigt einzubinden. Das heißt, es wurde gemeinsam darüber diskutiert, welches Stück ausgewählt wurde, wie der Probenplan aussehen kann, es wurde während der Proben gemeinsam an der Inszenierung gearbeitet. Dass letztlich doch einige Mitstreiter mehr, andere weniger Einfluss etwa auf die szenische Gestaltung genommen haben, soll dabei nicht verschwiegen werden, ebenso wenig, dass die Gruppe sich zwar als freies Kunstprojekt verstand, ganz ohne Anbindung an eine Institution aber nicht agieren konnte. Die Schülervertretung des Gymnasiums Schloss Neuhaus bot das institutionelle und organisatorische "Dach", das es etwa ermöglichte, die Schulaula wöchentlich als Probenraum und für die Aufführungen nutzen zu können – hätte man einen ausrechend großen Probenraum mieten müssen, wäre das Projekt vermutlich gescheitert, bevor es angefangen hatte.

Nach einigen Monaten der Vorbereitung – es mussten etwa ein Theaterstück ausgewählt werden, mit dem sich die Gruppe beschäftigen möchte, es mussten die Mitstreiter gesucht und die Rollen verteilt werden, aber auch ein Probenraum gefunden und der organisatorische Rahmen gesichert sein – begann im Mai 2010 die Probenarbeit. Zunächst fand eine Probe in der Woche statt, in den Schulferien wurde zumeist pausiert, weil die Aula als Probenraum nicht zur Verfügung stand.

Je weiter das Projekt in den folgenden Monaten voran schritt, desto präziser und detaillierter konnte mit den einzelnen Akteuren gearbeitet werden. Dazu war es nötig, möglichst stimmige Probenpläne aufzustellen. Das brachte es mit sich, dass die Hauptdarsteller öfter und länger proben mussten, die Nebendarsteller seltener, dass brachte es aber auch mit sich, dass letztlich nicht jeder Mitspieler den gleichen Einfluss auf die Probenarbeit und die szenische Realisierung genommen hat. In diesem Bereich habe ich mich stark engagiert.

In den letzten Monaten vor der Premiere wurden mehr Proben angesetzt, länger an Details gearbeitet. Das erforderte natürlich größeres Engagement und das Aushalten von Konflikten, ohne die eine solch intensive Probenarbeit nicht abgehen kann. Es kamen aber auch mehr organisatorische und praktische Aspekte auf uns zu: Von der Beschaffung der Materialien über den Bau bis zum Aufstellen haben wir alle Kulissen und Bestandteile des Bühnenbilds selbst gebaut. Die Kostüme wurden uns aus dem Fundus der Freilichtbühne Schloss Neuhaus und der Studiobühne der Universität geliehen. In der letzten Phase des Projektes wurden noch Plakate und Programmhefte entworfen und gedruckt, die nötigen Ankündigungen an die lokale Presse gegeben und die Bühnenmusik einstudiert. Hier waren die Initiatoren des Projektes, zu denen auch ich gehörte, künstlerisch wie organisatorisch besonders gefordert und es war dringend nötig, die verschiedenen Kontakte, Vorerfahrungen und Kompetenzen der Beteiligten möglichst gut zu nutzen.

Insgesamt fanden dann vier Aufführungen vor insgesamt über 200 Zuschauern statt, die Premiere wurde auch in der lokalen Presse sehr wohlwollend besprochen. Es waren insgesamt 23 Personen am Projekt beteiligt, neben den fünfzehn Darstellern auf der Bühne vor allem zwei Techniker, eine Musikerin, zwei Musiker und eine Tänzerin."

 

Eigens für dieses Projekt komponierte ich den "Tanz der sieben Schleier" für Querflöte, Oboe, Kontrafagott, Violine, Violoncello und Zuspielklänge, der von Dorothea Wiemann, James Peters und Janis Käune live gespielt und von Manuela Mehrwald tänzerisch herrlich lasziv umgesetzt wurde.

Eine Rezension der Aufführung gibt es unter anderem hier.

Im Programmheft, dass Sie unten herunterladen können, finden Sie neben näheren Informationen zu Oscar Wilde und dem Theaterstück "Salome" eine Übersicht aller Mitwirkenden.

Salome-Programmheft.pdf
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